Pilotprogramm: Qigong für Tumorpatienten
Mehr Lebensqualität für Patienten
Seit den frühen 90er Jahren beschäftigt sich die Psychoonkologie mit den seelischen Faktoren, die mit einer Krebserkrankung einhergehen können – und mit ihren Auswirkungen.
Aktuell gibt es keine wissenschaftlichen Belege für eine psychische Krebsverursachung.
Jedoch können bei der Behandlung von psychisch betreuten onkologischen Patienten positive Auswirkungen beobachtet werden.
Derartige Leistungsangebote können dazu beitragen, dass Patienten sich körperlich und psychisch besser fühlen – und wieder Lebensqualität verspüren.
Eine aktuelle Studie mit etwa 15.000 Teilnehmern belegt:
Etwa zwei Drittel aller befragten onkologischen Patienten sind als psychosozial belastet – und damit als betreuungsbedürftig einzustufen.
Ein speziell angepasstes Instrument – der sogenannte „Hornheider Fragebogen“* – bringt hier Licht ins Dunkle. Patienten füllen diesen Fragebogen in der Praxis aus; als behandelnder Onkologe nehmen Sie mithilfe einer kurzen Anleitung die Auswertung selbst vor. So erfahren Sie – schnell und zuverlässig – mehr über die Bereiche und die Intensität der psychosozialen Betreuungsbedürftigkeit ihrer Patienten
Pilotprojekt für Tumorpatienten:
Qigong für mehr Lebensenergie
In einem Pilotprogramm bieten zwei Berliner gynäkologisch-onkologische Praxen Übungseinheiten zu Qigong an, einer traditionellen chinesischen Meditations- und Konzentrationsform, die die Lebensenergie Qi aktivieren und harmonisieren soll.
Einmal pro Woche haben onkologische Patienten dieser Praxen die Möglichkeit, kostenlos an einer 90-minütigen Qigong-Einheit teilzunehmen.
Kursleiterin und Qigong-Lehrerin Dr. Caroline Schmauser hat hier ein spezielles Kursprogramm auf Basis der in China entwickelten Übungen für Tumorpatienten erarbeitet.
In Ergänzung zur schulmedizinischen Therapie werden sorgfältig aufeinander abgestimmte Übungen mit psychotherapeutischen Elementen kombiniert.
Dies soll u.a. die körpereigenen Regenerationskräfte der Patienten stimulieren und den therapeutischen Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.
Auch das Praxispersonal soll profitieren. So sind zusätzliche Qigong-Einheiten für Ärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter onkologisch orientierter Praxen bereits in Planung.
Ziel ist es, dem Praxispersonal – nach dem oftmals als belastend empfundenen Behandlungsalltag – eine Anleitung zu Entspannung und damit zu innerem Gleichgewicht an die Hand zu geben.
Der erste Erfahrungsaustausch mit den Patienten lässt eine positive Bilanz ziehen:
Ein Großteil von ihnen hat laut eigenen Aussagen damit begonnen, sich intensiver mit der Verantwortung für die eigene Gesundheit auseinanderzusetzen und auch die Übungen täglich durchzuführen.
Im Alltag spüren die Patienten die Verbesserung ihrer Lebensqualität. Zum Beispiel berichtet eine Patientin, dass sie jetzt endlich wieder gut schlafen könne. Sie fühle sich rundum stabiler, könne sich besser konzentrieren und sei besser gelaunt. Auch ihre Familie sei darüber sehr erleichtert.
„Insgesamt“, bestätigt Caroline Schmauser, „spüren wir eine sehr offene und entspannte Atmosphäre, besonders während der Übungseinheiten. Die Teilnehmer fühlen sich sichtlich wohl, Sorgen und Ängste scheinen wie weggewischt. Die Patientinnen sind mit Eifer bei der Sache und dankbar, Techniken kennen zu lernen, mit denen sie selbst ihr psychisches und physisches Wohlbefinden verbessern können.“
Langfristig können die Patienten an Selbstbewusstsein gewinnen – und gestärkt mit ihrer Situation umgehen und leben.
Seit fast zehn Jahren konzipieren wir gemeinsam mit geschulten Kunst- und Bewegungstherapeuten für Betroffene und deren Angehörige psychoonkologische Begleitprogramme, wie z. B. Mal-. Gestaltungs- oder Bewegungstherapien.
Wenn Sie mehr über die Möglichkeiten psychoonkologischer Bewegungsprogramme in Ihrer Praxis wissen möchten, ist Carsten Schlechter ihr Ansprechpartner. Als Diplom Gesundheitsökonom unterstützt er die Entwicklung von Disease Management-Konzepten im Hause megapharm. Sie erreichen Carsten Schlechter unter 02241 9357 5681 oder per E-Mail: c.schlechter@megapharm.de
Dr. Caroline Schmauser
Dr. Caroline Schmauser blickt auf langjährige Erfahrungen mit westlichen und östlichen Formen des Körper- und Mentaltrainings zurück.
Als Qigong-Lehrerin der Deutschen Qigong Gesellschaft und der Münchener Qigong Akademie bildete sie sich u.a. am gesamtchinesischen Ausbildungszentrum für Medizinisches Qigong weiter.
Sie übernahm diverse Lehr- und Forschungsaufgaben, aus denen zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge hervorgingen.
www.drschmauser-qigong.de
*Hornheider Fragebogen: 1997 entwickelt von Dr. G. Strittmatter, Fachklinik Hornheide, Westfälische Wilhelms-Universität zur Münster
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